
Über das Holz der Steinweichsel
Die Stein-Weichsel (auch Weichselkirsche oder Mahaleb-Kirsche genannt) gehört zu den seltensten heimischen Baumarten. Sie ist sehr nahe mit der Vogel-Kirsche verwandt, sieht ihr optisch extrem ähnlich und wird in der Praxis häufig mit ihr verwechselt. Meist wächst sie als mehrstämmiger Strauch oder kleiner Baum, kann an guten Standorten aber durchaus verwertbare Stammdurchmesser bilden. Der Baum verträgt extreme Hitze sowie langanhaltende Trockenheit hervorragend und gilt daher als Gewinner im Klimawandel.
Optisch spiegelt sich die enge Verwandtschaft zur Kirsche eins zu eins im Holz wider: Die Maserung ist nahezu identisch, im Grundton zeigt sich das Holz jedoch oft etwas heller und mit einem feinen, edlen Gelbstich. Das absolute Highlight der Stein-Weichsel ist jedoch ihr intensiver Holzgeruch – dieser verströmt ein unverkennbares, süßes Aroma, das stark an Marzipan oder Bittermandeln erinnert und sich auch Jahre nach der Verarbeitung noch hartnäckig im Holz hält.
Da die Stein-Weichsel extrem langsam auf kargen Böden wächst, ist ihr Holz oft noch feinfaseriger, dichter und schwerer als normales Kirschbaumholz. Es weist eine hervorragende Festigkeit auf und lässt sich exzellent bearbeiten sowie auf absoluten Spiegelglanz polieren. Aufgrund des hocharomatischen Duftes war das Holz historisch die absolute Weltklasse-Rarität für die Herstellung von exklusiven Pfeifenrohren, Gehstöcken und Tabakdosen. Aufgrund der geringen Verfügbarkeit auf dem Markt wird es heute kaum im Großmöbelbau, sondern fast ausschließlich für kleine, hochpreisige Luxus-Möbel, exklusive Messergriffe sowie für feinste Drechsel- und Schnitzarbeiten verwendet.
Beispielbilder
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