
Über das Holz der Leyland-Zypresse
Über das Holz der Leyland-Zypresse ist in der Fachliteratur praktisch so gut wie nichts bekannt. Das liegt daran, dass es diesen Baum in der freien Natur eigentlich gar nicht geben dürfte: Es handelt sich um eine seltene Kreuzung aus der Nootka-Scheinzypresse und der Monterey-Zypresse, weshalb sie auch als „Bastard-Zypresse“ bezeichnet wird. Diese beiden Arten stammen zwar aus Nordamerika, würden sich dort aufgrund ihrer getrennten Wuchsgebiete auf natürliche Weise jedoch niemals begegnen. Durch einen Zufall entstand diese Kreuzung im 19. Jahrhundert in Großbritannien. Da Leyland-Zypressen von Natur aus steril sind und sich nicht selbst vermehren können, sind sie forstwirtschaftlich kaum nutzbar – obwohl die Bäume extrem raschwüchsig sind und schnell gewaltige Dimensionen erreichen. Sie werden daher fast ausschließlich als Heckenpflanzen verwendet, was die Verfügbarkeit von echtem Stammholz enorm begrenzt.
Die Leyland-Zypresse bildet ein farblich klar abgegrenztes Kernholz aus. Im frischen Zustand ist es oft strahlend gelb, während das schmale Splintholz weißlich erscheint. Die Kernholzfarbe kann jedoch auch bis ins Bräunliche reichen. Vermutlich hängt dies stark davon ab, welche der beiden Mutterbaumarten im jeweiligen Baum genetisch dominant ist – die Monterey-Zypresse besitzt ein bräunliches Kernholz, während die Nootka-Scheinzypresse („Yellow Cedar“) für den leuchtend gelben Kern sorgt.
In ihren Eigenschaften ist die Leyland-Zypresse absolut vergleichbar mit der klassischen Scheinzypresse, also mittelschwer und mittelhart. Die natürliche Widerstandsfähigkeit liegt bei der Dauerhaftigkeitsklasse 2–3 und ist damit direkt mit der Haltbarkeit von Eiche vergleichbar. Typisch für den Wuchs sind mächtige Äste und eine häufige Mehrstämmigkeit in einigen Metern Höhe. Dank der hervorragenden Trocknungseigenschaften aller Zypressenhölzer eignet sich die Leyland-Zypresse ideal für einzigartige, charakterstarke Möbelstücke mit einer stark ausgeprägten, astigen Maserung. Das Holz besitzt einen typischen Eigengeruch, der im Gegensatz zur Lawsons Scheinzypresse jedoch recht schnell verfliegt. Es lässt sich hervorragend bearbeiten und extrem fein und sauber schleifen.
Beispielbilder
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