
Über das Holz der Schwarz-Kiefer
Häufig fälschlicherweise als heimische Kieferart gelistet, endet das natürliche Verbreitungsgebiet der Schwarz-Kiefer (Pinus nigra) kurz vor den Grenzen Deutschlands. In Deutschland ist sie dennoch weit verbreitet – meist als markanter Zierbaum in Parks, während sie im Nutzwald aktuell noch selten anzutreffen ist. Aufgrund ihrer enormen Hitze- und Trockenheitsresistenz gilt sie jedoch als einer der großen Hoffnungsträger im Klimawandel.
Neben der Waldkiefer und der Zirbelkiefer gehört die Schwarzkiefer zu den bekanntesten Kiefernarteb in Deutschland. Ihr Holz ist spürbar schwerer und härter als das der heimischen Wald- oder Zirbelkiefer. In seinen Festigkeitswerten liegt es jedoch etwas unter denen der optisch sehr ähnlichen, aus Nordamerika stammenden Gelb-Kiefer (Ponderosa Pine).
Das Holz zeichnet sich durch eine sehr breite Splintholzzone aus, die in der Regel bis zu 4/5 des Stammquerschnitts einnimmt. Das Kernholz ist entsprechend schmal um die Markröhre angeordnet. Das Splintholz ist strahlend weiß bis leicht gelblich und im Außenbereich nicht dauerhaft; es wird unbehandelt extrem schnell von Bläuepilzen und Insekten befallen. Das rötliche Kernholz hingegen ist deutlich witterungsbeständiger, aufgrund seines geringen Anteils im Stamm jedoch kaum sortenrein allein verwertbar. Im frischen Zustand ist der Kern kaum vom Splintholz zu unterscheiden, dunkelt mit der Zeit aber extrem markant zu einem tiefen Dunkelrot, Rostrot oder Rotbraun nach.
Die Jahresringe sind scharf abgegrenzt und sehr gut sichtbar. Im Vergleich zu anderen Kieferarten bildet die Schwarz-Kiefer zudem häufig charakteristische Scheinjahresringe aus. Die Äste zeichnen sich im Holzbild fast ausschließlich tiefrot ab und bilden einen klaren, lebhaften Kontrast. Dies unterscheidet das Holz auch von der Gelb-Kiefer, deren Jahresringe schwächer ausgeprägt sind und deren Äste sich farblich meist fließend in das restliche Holzbild einfügen.
Ein weiteres markantes Merkmal ist der sehr intensive, angenehme Harzgeruch. Das Holz ist reich an Terpenen sowie Terpenoiden und zählt zu den harzigsten Nadelhölzern Europas – besonders das Kernholz weist einen extrem hohen Harzgehalt auf. Die Harzkanäle sind mit bloßem Auge deutlich auf den Holzoberflächen zu erkennen.
Aufgrund des hohen Splintholzanteils kann das Holz im Außenbereich nur mit einer entsprechenden thermischen oder chemischen Schutzbehandlung eingesetzt werden. Im Innenbereich eignet es sich hervorragend für den rustikalen Möbelbau sowie für den hochwertigen Boden- und Treppenbau. Ein großer Vorteil für den Wohnbereich: Da das Holz sehr fest und elastisch ist, neigt es im Gegensatz zu anderen Nadelhölzern kaum zum Knarzen. Da die Schwarz-Kiefer in Deutschland nur selten forstwirtschaftlich eingeschlagen und eingeschnitten wird, ist dieses edle Nadelholz regional nur sehr begrenzt und als echte Besonderheit verfügbar.
Beispielbilder
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