
Über das Holz des Goldregen
Der Goldregen ist eng mit der Robinie verwandt, im Gegensatz zu dieser jedoch in Europa heimisch. Die enge Verwandtschaft zeigt sich sowohl im Wuchs als auch im Holz: Beide bilden filigrane Fiederblätter sowie kleine Samenschoten aus. Die wohl dekorativste Gemeinsamkeit sind die auffälligen Blüten, die dem Goldregen seinen Namen verleihen und im Frühsommer in einem prachtvollen, leuchtenden Gelb strahlen. Der Goldregen wächst meist als mehrstämmiger Strauch, seltener als Kleinbaum. Nutzbare Stammdurchmesser von 15 bis 20 cm sind meist die nutzbaren Dimensionen. In Ausnahmefällen kann der Baum auch bis zu 40 cm Durchmesser erreichen.
Das Holz des Goldregens wird aufgrund seiner faszinierenden Optik oft als „heimisches Ebenholz“ beschrieben. Wie die Robinie ist es ausgeprägt ringporig aufgebaut, wodurch die Jahrringe sehr gut zu erkennen sind. Die einzelnen Poren sind von einem hellen Speichergewebe (Parenchym) umgeben, was sie optisch hell wirken lässt und auf den Längsflächen als feine, helle Streifen hervortritt. Das Splintholz ist weiß bis gelblich und extrem schmal ausgeprägt. Das wertvolle Kernholz besticht durch ein tiefes Dunkelbraun und dunkelt unter Lichteinfluss fast schwarz nach. Das Holz ist außergewöhnlich schwer, dicht und extrem hart.
Alle Teile des Goldregens (insbesondere die Rinde und die Samen) sind hochgradig giftig! Bei der Verarbeitung ist daher äußerste Vorsicht geboten: Der feine Schleifstaub des Goldregens enthält das Gift Cytisin und kann beim Einatmen zu schweren Vergiftungserscheinungen wie Übelkeit, Schwindel und Atemnot führen. Eine professionelle Absaugung und eine Atemschutzmaske sind beim Schleifen und Sägen absolute Pflicht! Zudem kann der direkte Holzkontakt bei empfindlichen Menschen zu Hautreizungen führen, weshalb die Rinde vor der Verarbeitung komplett entfernt werden sollte. Das Gift ist auch im Holz gebunden, tritt hier aber nicht aus, es wird trotzdem davon abgeraten, das Holz zu Produkten zu verarbeiten, die mit Lebensmitteln in Kontakt kommen können. Das Holz selbst ist sehr spröde, weshalb es beim Hobeln leicht zu Faserausrissen kommen kann. Da dicke, sägefähige Stämme extrem selten und im Zentrum meist kernfaul sind, wird dieses exklusive Edelholz fast ausschließlich für feinste Drechselarbeiten, Kunstobjekte, hochwertige Intarsien (Einlegearbeiten) oder exquisite Kleinmöbel verwendet. Wie bei den Verwandten Arten Gleditschie und Robinie, ist auch das Holz des Goldregens fluoreszierend.
Beispielbilder
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