
Über das Holz des Essigbaums
Der Essigbaum (auch Hirschkolben-Sumach genannt) gehört botanisch zu den Sumachgewächsen und stammt ursprünglich aus Nordamerika. In seiner Heimat wächst er meist als mehrstämmiger Strauch, bildet hierzulande in Gärten aber oft stattliche Kleinbäume aus, die selten sogar Stammdurchmesser von über 30 cm erreichen können. Aufgrund des wuchernden Wuchses sind anfallende Stämme meist von geringer Dimension, recht kurz und oft charaktervoll krumm gewachsen.
Das Holz ist ringporig aufgebaut und fasziniert mit einer atemberaubenden, wilden Maserung, bei der die Jahrringe sehr deutlich zu erkennen sind. Das Splintholz ist extrem schmal und hellweiß bis gelblich geprägt. Das wertvolle Kernholz besticht durch eine einzigartige, strahlend grün-goldene bis olivgrüne Farbe, die im Zentrum von einer recht großen Markröhre durchbrochen wird. Das Holz ist weich bis mittelhart, leicht bis mittelschwer und zeigt nach der Bearbeitung einen extremen, seidigen Oberflächenglanz. Bei der Trocknung ist der Essigbaum überaus gutmütig: Er reißt und verzieht sich kaum.
Die Bearbeitung ist prinzipiell leicht, erfordert jedoch aufgrund der weichen Struktur sehr scharfe Werkzeuge, da die Fasern sonst beim Hobeln oder Drechseln leicht wollig aufreißen. Wie andere Sumachgewächse besitzt auch der Essigbaum im Bereich des Kambiums und der Rinde einen extrem klebrigen Baumsaft, der Werkzeuge, Hände und Kleidung stark verschmutzen kann. Da dieser Saft auch Jahre nach dem Einschnitt in der Rinde zäh bleibt, empfiehlt es sich, das Holz zu besäumen oder bei Möbelstücken mit natürlicher Baumkante die Rinde penibel zu entfernen. Im Gegensatz zu giftigen Verwandten (wie dem Lack-Sumach) ist der Saft des Essigbaums für den Menschen jedoch harmlos. Ein genialer Spezialeffekt für Holz-Liebhaber: Das Kernholz fluoresziert extrem stark und leuchtet unter UV-Licht in einem magischen Neongelb! Aufgrund der geringen Dauerhaftigkeit ist es ein reines, hochbegehrtes Edelholz für exklusive Kleinmöbel, Messergriffe und Kunsthandwerksarbeiten im Innenbereich.
Beispielbilder
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